Ein Bandinfo, oder: Wer zur Hölle sind eigentlich die pigs? Es ist eine dieser Geschichten, in denen vier Jungs aus einer gemütlichen Kleinstadt beschließen, in die große weite Welt hinauszuziehen. Und weil die Welt bekanntlich manchmal ja sehr klein ist, treffen sie sich schon bald alle wieder - natürlich in Berlin. Und natürlich gründen sie dann auch eine Band, denn sie lieben es nunmal allesamt, es laut krachen zu lassen. Aber weil diese vier Jungs nicht auf den Kopf gefallen sind, klingt ihre Band nicht etwa wie der Soundtrack zu einem mittelmäßigen Hollywoodfilm - nein, sie klingt nach großem Kino.

pigs might fly sind eine junge Band aus Berlin. Und wenn Schweine fliegen könnten, wäre es mit Sicherheit auch einfacher, die Frische und Vielfalt dieser Band in drei kurzen Sätzen zu beschreiben: Ihr Sound ist unverbraucht, intensiv und vollgepumpt mit Energie. Kontraste werden in eingängigen Songs verpackt, die von großen Melodien bestimmt werden. Die Musik ist hart und doch auch Pop, emotional und intelligent - herzlich willkommen bei pigs might fly.

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An der Stelle, an der Fugazi und Helmet Mitte der 90er Jahre ihre Reise beendeten, setzen sich pigs might fly in ein silbernes Cabrio und fahren einfach mal weiter; dabei überholen sie schon bald die Get up Kids, treffen All und trinken mit ihnen einen Kaffee. Über ihrem Wagen kreist während des ganzen Trips der große Vogel Funk, der sie bei ihrer langen Fahrt durch die Wüste begleitet. Bei einem Tankstop brechen sie ein paar hübschen Tramperinnen das Herz, um schließlich am Ende des Highways grundlegende politische Überzeugungsarbeit auf dem Weg in eine bessere Welt zu leisten. Nach einem natürlich fantastischen Live-Auftritt verscherbeln sie dann ihren Wagen und kaufen sich Flugtickets, um zurück in ihrem Proberaum nach Berlin zu kommen - home ist nun mal where your heart is.

pigs might fly gründeten sich Mitte 2001 und sind seitdem regelmäßig in der Berliner Clubszene aktiv. Und nicht nur bei ihren Konzerten zeigt sich schnell, dass es sich bei den vier ursprünglich aus Konstanz am Bodensee stammenden Musikern um sehr versierte Vertreter ihrer Zunft handelt: Auf ihrem Ende April 2003 erschienenen Debut-Album "…anywhere" spielen die Wahl-Berliner mal wild und ungestüm drauf los, dann erlegen sie sich selbst eine fast schon minimalistische Strenge auf, aus der sie sich zu guter Letzt mit einem lässig-verspielten Groove souverän selbst wieder befreien. Und ganz nebenbei können Dir pigs might fly dabei auf einfache und unangestrengte Art erklären, wozu eine Gitarre 6 Saiten hat, warum ein Bass mehr als nur ein Begleitinstrument sein kann, wie sich Groove buchstabiert und wie man mit Melodien Herzen erobert.

Die 11 Songs des Albums zeigen aber auch, dass sich das junge Quartett schon jetzt auf etwas versteht, womit sich viele technisch beschlagene Bands lange schwer tun, nämlich gutem und zweckdienlichem Songwriting. pigs might fly komprimieren ihr Können zu kompakten Songs, verzichten auf Egotrips (kein einziges Gitarrensolo auf der Platte!) und beweisen einmal mehr, dass man für einen guten Song nur selten mehr als dreieinhalb bis vier Minuten braucht. Dafür aber umso mehr Energie und Emotionen; von beidem scheint diese Berliner Band offensichtlich nur so zu sprühen.

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